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Foto: Johanna Jürgensen, Husum

Schloss vor Husum

Zur Person Hans Momsen

Landmann, Mechaniker und Mathematiker aus Fahretoft 

Lebensdaten

geboren: 23. Oktober 1735 in Fahretoft
gestorben: 13. September 1811 in Fahretoft
Schulbildung: Dorfschule Fahretoft
Er lebte als Bauer und Gelehrter in Fahretoft / Nordfriesland

Überlieferungen zu Hans Momsens Jugendzeit sind in die von Theodor Storm geschaffene literarische Figur des »Hauke Haien« in der Novelle »Der Schimmelreiter« eingeflossen; in der Rahmenerzählung zum »Schimmelreiter« wird der Landmann und Gelehrte Hans Momsen ausdrücklich erwähnt.  

Astronom und Mathematiker

Berechnung von Mond- und Sonnenfinsternis (überliefert auf den Innenseiten der noch vorhandenen Bücher) – schwierige Potenzberechnungen im Kopf bereiteten keine unüberwindlichen Hindernisse. Auch nach heutigen Maßstäben muss man Hans Momsen als ein mathematisches Genie einstufen.

Lehrer

Nur wirklich – vor allem mathematisch – begabten Schülern gab er sein Wissen weiter, dann aber mit vollem Einsatz und oft auch ohne Bezahlung. Viele seiner Schüler fuhren als Steuerleute oder Kapitäne auf großen Schiffen. Sein bedeutendster Schüler wurde Professor in Kopenhagen (Professor Krebs), der seine späteren Fachbücher immer zu ihm schickte, um seinen Rat einzuholen.

Landmesser

Als Landmesser arbeitete er vor allem in Dithmarschen und Nordfriesland. Er vermaß Köge und zeichnete Karten. In Fahretoft war er Deichrichter.

Mechaniker

In seiner eigenen kleinen Werkstatt in einem Gartenhaus hat er die Einbände seiner Bücher selbst gestaltet und mit selbst gegossenen Bleilettern und in Holz geschnittenen Vignetten seine Exlibris eingefügt.
Seine Messinstrumente aus Messing (Bussolen, Bestecke, Lineale, Zirkel, Astrolabien, u.a.m.) stellte er selbst her. Auch hat er sie z. B. in Dithmarschen verkauft.
Eine von Hans Momsen gebaute Orgel mit sechs Registern und 294 Orgelpfeifen hat nur ein Jahr in der Fahretofter Kirche gestanden. Da das Dach der Kirche nicht repariert wurde, hat er sie wieder abgebaut. Die Orgelpfeifen sind bei einem Brand – wie der größte Teil seines Nachlasses – vernichtet worden. Zwei Standuhren befinden sich noch im Familienbesitz. Sie sind auch heute noch intakt. Eine Sonnenuhr über dem Eingang der Fahretofter Kirche ist ebenfalls noch erhalten. Er fertigte Fernrohre, schliff und polierte Gläser.

Autodidakt

Für seine vielseitigen geistigen und handwerklichen Tätigkeiten verwendete Hans Momsen ein umfangreiches Schrifttum. Seine Bibliothek umfasste 600 Bände. Fachbücher in deutscher (er sprach sonst nur friesisch), holländischer, dänischer, englischer, lateinischer und französischer Sprache konnte er lesen und verstehen. Die erhaltenen Exemplare zeigen durch eingetragene Daten, dass Hans Momsen viele von Ihnen bereits im Jahr des Erscheinens erworben hat.
Sein universelles Wissen und Können basierte auf Eigenstudien und Kontakten mit anderen Wissenschaftlern.

Nachlass

Ein großer Teil des erhaltenen Nachlasses (Teile der Bibliothek, selbstgebaute Instrumente und Werkzeuge) konnte 1980 vom Kreis Nordfriesland erworben werden; die Exponate werden in der Regel in der 2. Oktoberhälfte zur Momsen-Preis-Verleihung im Schloss vor Husum ausgestellt.

Literatur:
(Schriftenreihe des Kreisarchivs Nordfriesland 5) (1982): Hans Momsen der Landmann, Mechaniker und Mathematiker aus Fahretoft in Nordfriesland 1735-1811. Mit Beiträgen von Marcus Petersen, Ingwer E. Momsen und Reimer K. Holander, Husum.