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Foto: Johanna Jürgensen, Husum

Mahnmal der KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing

Die Gedenkstätte

Die KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing erinnert am historischen Ort an die Menschen, die während des Zweiten Weltkrieges Häftlinge des Außenlagers des Konzentrationslagers Neuengamme waren.

Das Schweigen brechen - Entstehung

1983 veröffentliche die »KZ-Arbeitsgruppe Husum-Schwesing« die Geschichte des Lagers und lud am 30. Januar 1983, dem 50. Jahrestag der »Machtergreifung« Hitlers, zu einer Gedenkveranstaltung in Husum ein. Über 1000 Menschen kamen, um die erschütternden Berichte von Überlebenden des Lagers zu hören. Das Schweigen war gebrochen.

1985 erwarb der Kreis Nordfriesland die östliche Hälfte des ehemaligen Lagergeländes aus dem Eigentum des Bundes. Die andere Hälfte befand sich zunächst in Privatbesitz; auf dem historischen Kellergeschoss der ehemaligen Küchenbaracke war dort zwischenzeitlich ein Wohnhaus errichtet worden.

Errichtung der Gedenkstätte

Nach kontroverser Diskussion entschied sich der nordfriesische Kreistag 1986 für die Errichtung einer Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände.

Am 27. November 1987 wurde die Gedenkstätte im Beisein von zahlreichen Überlebenden des Lagers und deren Angehörigen eingeweiht. Das Mahnmalgebäude wurde von der Arbeitsgruppe und dem Bildhauer Ulrich Lindow in Absprache mit den Überlebenden aus Dänemark, Frankreich, den Niederlanden und England entworfen.

Mahnmal

Wer es betritt, wird auf die Enge des Raumes reagieren, der nur den freien Blick nach oben erlaubt. Eine ansteigende Rampe führt den Besucher zu einem schmalen vergitterten Fester, durch das er auf ein raumfüllendes, aus Beton gegossenes Modell des Lagers blickt. Ausschnittweise erschließen sich aus der Höhe die Formen der Baracken, ähnlich einem Luftbild. Der schwierige Blick aus scheinbar großer Höhe markiert die Distanz zur historischen Wirklichkeit und den Abstand zum erlebten Leid der Gefangenen. Besucher können das Gefühl des Eingeschlossenseins und die Gegenwart der Gewalt erfahren. Sie können, anders als die Häftlinge damals, diesen Ort jederzeit verlassen.

1994 konnten weitere Teile des Geländes, auf dem sich die Fundamentreste der Toilettenbaracken und der Lagerhydrant befinden, vom Kreis Nordfriesland erworben und unter Denkmalschutz gestellt werden. 

Stelenfeld

2000/2001 wurde von Ulrich Lindow das Stelenfeld geschaffen. In die Stelen sind die Namen der 297 bisher bekannten Opfer eingraviert. Als Material wurde ein spezieller Stahl verwendet, der oberflächlich eine Rostschicht ausbildet.
Die Namen der Toten sind bewusst nicht tief eingraviert, so dass sich Rost über sie legt. Für den Betrachter sind sie nur mit einer gewissen Anstrengung zu erkennen – genauso, wie auch das Wachhalten der Erinnerung an die NS-Morde eine stetige Anstrengung erforderlich macht. Die scheinbar willkürliche Anordnung weist auf die Willkür des Mordens und die Zufälligkeit des Sterbens im KZ hin.

Weiterentwicklung

Im Jahre 2007 konnte der Kreis die ehemalige Küchenbaracke erwerben und führte 2008 ein Symposium zur Weiterentwicklung der KZ-Gedenkstätte durch. Als Ergebnis befürwortete der Kreistag 2009, die künstlerische Gestaltung um einen dokumentarischen Teil zu erweitern. Dazu soll ein Gebäude auf dem Gelände errichtet werden, um dort eine Ausstellung zur Vorgeschichte und dem Aufstieg der NSDAP in Nordfriesland, zur Geschichte des KZ Husum-Schwesing sowie zur Nachkriegsgeschichte der NS-Herrschaft in Schleswig-Holstein zu etablieren. Hierzu wurde eine Machbarkeitsstudie beschlossen.

Im Jahr 2012 wurden die als Wohnhaus aufgesetzten, nicht historischen Teile der Küchenbaracke abgetragen, das historische Kellergeschoss wurde baulich gesichert und das baufällig gewordene Mahnmalgebäude saniert. Zudem werden Erläuterungstafeln und ein großflächiges Schild mit den Namen, der Nationalitäte und weiteren Angaben zu den bisher bekannten Toten aufgestellt.